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Power BI kann mehr – 3 Standard-Visuals mit überraschend viel Potenzial

Das nächste Power-BI-Visual müssen Sie vielleicht gar nicht suchen.

Denn bevor Sie zusätzliche Visuals aus AppSource laden, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Werkzeuge, die bereits in Power BI integriert sind. Einige davon wirken zunächst schlicht, bieten bei genauerem Hinsehen aber erstaunlich viele Möglichkeiten.

Drei davon nehme ich in diesem Beitrag genauer unter die Lupe: das Card-Visual, das Linien- und gruppierte Säulendiagramm sowie die Matrixtabelle. Sie gehören zum Power-BI-Standard – und können trotzdem mehr, als man ihnen auf den ersten Blick zutraut. Von dynamischen Bildern über flexible Achsen bis hin zu bedingter Formatierung und Web-URLs: Ich zeige Ihnen, was in diesen drei Visuals steckt und wann sich ihr Einsatz besonders lohnt.

1) Die Mehrzeilige Karte: kompakt, übersichtlich und überraschend vielseitig

Die Mehrzeilige Karte (Card Visual) gehört zu den Power-BI-Standard-Visuals, die auf den ersten Blick eher unspektakulär wirken. Dabei ist sie besonders auf Übersichtsseiten ein praktischer Helfer: Mehrere Kennzahlen oder Feldwerte lassen sich kompakt in einem einzigen Visual darstellen. Statt für jede Kennzahl ein eigenes Visual zu benötigen, können Sie wichtige Informationen gebündelt präsentieren. Das spart Platz und sorgt dafür, dass zentrale Werte auf einen Blick erfasst werden können.

Interessant wird die Mehrzeilige Karte aber vor allem durch ihre zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten:
Power BI unterstützt beispielsweise dynamische Bilder, sofern entsprechende Bild-URLs hinterlegt sind. Damit können neben Kennzahlen auch visuelle Informationen direkt im Visual dargestellt werden, wie etwa Produktbilder, Statussymbole oder andere ergänzende Elemente. So kann aus einem vermeintlich einfachen Standard-Visual eine individuell gestaltete Informationsübersicht werden.

Gerade für Dashboard- und Übersichtsseiten ist die Mehrzeilige Karte deshalb interessant: Sie verbindet kompakte Darstellung mit flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten und hilft dabei, wichtige Informationen übersichtlich zu bündeln.

Kurz gesagt: Die Mehrzeilige Karte ersetzt keine tiefgehende Analyse. Sie ist aber ideal, wenn mehrere zentrale Informationen kompakt, strukturiert und auf einen Blick erfassbar dargestellt werden sollen.

Mehrzeilige Karte - Power BI kann mehr – 3 Standard-Visuals mit überraschend viel Potenzial
Power BI – Mehrzeilige Karte: Verwendung mehrerer Measures und Bild-URLs

2. Das Linien- und gruppierte Säulendiagramm: zwei Perspektiven in einem Visual

Das Linien- und gruppierte Säulendiagramm gehört zu den Power-BI-Standard-Visuals, die im Alltag schnell selbstverständlich werden. Dabei bietet gerade die Kombination aus Säulen und Linie interessante Möglichkeiten für die Analyse.

Die Säulen machen Mengen, Unterschiede und Größenordnungen auf einen Blick sichtbar. Die Linie kann gleichzeitig eine zweite Kennzahl oder einen ergänzenden Verlauf darstellen. Damit lassen sich unterschiedliche Informationen miteinander verbinden, ohne dafür mehrere Visuals einsetzen zu müssen.

Besonders praktisch ist die Möglichkeit, mit zwei Y-Achsen zu arbeiten. So können auch Kennzahlen mit unterschiedlichen Größenordnungen gemeinsam dargestellt werden. Beispielsweise lassen sich Umsatz und Absatz oder Umsatz und Marge in einem Diagramm gegenüberstellen, ohne dass eine der beiden Kennzahlen in der Darstellung untergeht. Sind die Werte hingegen direkt miteinander vergleichbar, können die Achsen auch entsprechend harmonisiert werden.

Das Visual bietet darüber hinaus zahlreiche Formatierungsmöglichkeiten. Datenreihen können individuell angepasst und beispielsweise bei Farbe, Linienstil und Markern unterschiedlich gestaltet werden. Zusätzliche Funktionen wie Datenbeschriftungen und der Zoom Slider können dabei helfen, relevante Informationen noch leichter erfassbar zu machen – insbesondere bei umfangreicheren Zeitreihen. Auch die Primär- und Sekundärachse lässt sich individuell konfigurieren. Achsentitel, Anzeigeeinheiten, Schriftgrößen und weitere Darstellungseinstellungen können angepasst werden.

Der Vorteil: Das Visual lässt sich nicht nur analytisch, sondern auch gestalterisch gezielt auf den jeweiligen Report abstimmen. Ob Zeitreihen, Kennzahlenvergleiche oder Entwicklungen im Zeitverlauf – das Linien- und gruppierte Säulendiagramm ist damit deutlich vielseitiger, als es seine Standarddarstellung zunächst vermuten lässt.

Linien- und gruppierte Säulendiagramm - Power BI kann mehr – 3 Standard-Visuals mit überraschend viel Potenzial
Power BI – Linien- und gruppierte Säulendiagramm: analytisch stark und optisch sehr gut steuerbar

3) Die Matrixtabelle: der unterschätzte Profi für Struktur und Detailanalyse

Bei einer Matrixtabelle denken viele zunächst an eine einfache Tabelle mit Zahlen und Kategorien. Tatsächlich gehört die Matrixtabelle zu den leistungsfähigsten Standard-Visuals in Power BI, wenn Daten mehrdimensional und strukturiert analysiert werden sollen. Ihr großer Vorteil: Daten lassen sich nicht nur tabellarisch darstellen, sondern auch über verschiedene Ebenen strukturieren. Zeilen und Spalten können hierarchisch aufgebaut werden, während Summen und Zwischensummen gezielt gesteuert werden können. Power BI bietet dafür umfangreiche Einstellungen für Row Headers, Column Headers und Wertebereiche. Auch Row- und Column-Subtotals lassen sich individuell konfigurieren und beispielsweise je Ebene ein- oder ausblenden.

Besonders spannend wird die Matrixtabelle durch ihre Möglichkeiten zur bedingten Formatierung. Über die sogenannten Cell Elements können unter anderem Hintergrund- und Schriftfarben, Datenbalken und Icons eingesetzt werden. Auch Web-URLs lassen sich integrieren. Damit können beispielsweise besonders hohe oder niedrige Werte farblich hervorgehoben, Entwicklungen über Datenbalken visualisiert oder bestimmte Informationen mit zusätzlichen Symbolen versehen werden. Aus einer scheinbar einfachen Tabelle wird so ein interaktives Analysewerkzeug, das Muster, Abweichungen und Prioritäten schneller sichtbar macht. Gerade in Controlling-, Vertriebs- oder Finanzberichten ist das hilfreich. Denn die Matrixtabelle verbindet zwei Dinge, die in Reports häufig schwer zusammenzubringen sind: Übersicht und Detailtiefe. Nutzer können Daten zunächst auf einer übergeordneten Ebene betrachten und bei Bedarf tiefer in die einzelnen Ebenen einsteigen – ohne dafür zwischen verschiedenen Visuals wechseln zu müssen.

Matrixtabelle - Power BI kann mehr – 3 Standard-Visuals mit überraschend viel Potenzial
Power BI – Matrixtabelle: der unterschätzte Profi für Struktur und Detailanalyse

Fazit: Erst die Standard-Visuals ausschöpfen, dann erweitern

Nicht jedes gute Visual muss spektakulär aussehen. Power BI bietet bereits mit seinen Standard-Visuals zahlreiche Möglichkeiten, Daten übersichtlich darzustellen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Reports individuell zu gestalten.

Das bedeutet natürlich nicht, dass zusätzliche Visuals aus AppSource grundsätzlich überflüssig sind. Über „Weitere Visuals abrufen“ können Sie zusätzliche Visualisierungen einbinden, wenn Ihre Anforderungen mit den Standard-Visuals nicht abgedeckt werden. Doch bevor Sie nach einer Erweiterung suchen, lohnt sich ein genauerer Blick auf das, was bereits vorhanden ist.

Das Card-Visual, das Linien- und gruppierte Säulendiagramm und die Matrixtabelle zeigen eindrucksvoll: In den Power-BI-Standard-Visuals steckt oft mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Wer ihre Funktionen kennt und gezielt einsetzt, kann bereits mit Bordmitteln übersichtliche, aussagekräftige und professionell gestaltete Reports erstellen.

Sie möchten Ihre Power-BI-Berichte nicht nur funktional, sondern auch übersichtlich, anwenderfreundlich und aussagekräftig gestalten? Ich unterstütze Sie dabei, die passenden Visuals auszuwählen, bestehende Reports weiterzuentwickeln und das Potenzial von Power BI gezielt auszuschöpfen. Sprechen Sie mich an – ich zeige Ihnen, was in Ihren Power-BI-Reports noch steckt.

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